• GFK Marshall Rosenberg - Zwei Schafe

Gewaltfreie Kommunikation

GFK nach Marshall Rosenberg

Was ist GFK?

Das Erbe von Marshall Rosenberg

GFK - Gewaltfreie Kommunikation - Marshall Rosenberg in AktionDie gewaltfreie Kommunikation (GFK) nach Marshall Rosenberg ist der wohl bekannteste Ansatz zur Konfliktklärung und Mediation auf dem psychologischen Markt. Arbeitet man mit zerstrittenen Paaren oder Teams, kommt man an Marshall Rosenberg nicht vorbei.

Die gewaltfreie Kommunikation sucht nachhaltige Lösungen jenseits einer dünnen Kompromissdecke. GFK liefert uns sehr gute Rezepte für die Bewältigung von Konflikten, jedoch nur, wenn beide Parteien an einer Lösung interessiert sind. Zudem müssen sie bereit sein sich mit ihren Motiven und Bedürfnissen auseinander zu setzen. Daher ist dieser Ansatz in der freien Wirtschaft nur manchmal umsetzbar – gerade wenn Parteien egoistisch ihre Ziele verfolgen und das beste Ergebnis eine Niederlage mit Gesichtswahrung ist. Nichtsdestotrotz ist GFK eine profunde Toolbox zur Bewältigung von Konflikten die in ihrer Wirksamkeit ihresgleichen sucht.

Interessantes zur GFK

Was uns Marshall Rosenberg lehrte …

Die Gewaltfreie Kommunikation ist eine Ausbildung für sich. Um ein erstes Gefühl für Inhalte dieser Methode zu kriegen – hier etwas zum Schnuppern.

Destruktive Kommunikation

Die gewaltfreie Kommunikation nach Marshall Rosenberg hat Ihre Ansicht, was konstruktive und destruktive Kommunikation ausmacht. Die Unterschiede sind denke ich nicht schwer nachzuvollziehen:

  • Liebevolles vs. liebloses Verhalten
  • Rücksichtsvolles vs. egoistisches Verhalten
  • Konstruktive vs. destruktives Verhalten
  • Friedliebendes vs. gewalttätiges Verhalten

Destruktive Kommunikation enthält dann Verhaltensweisen wie:

  • Sich über andere stellen
  • Machtansprüche
  • Recht haben wollen
  • Anklagen, Schuldzuweisungen
  • Bewertungen
  • Strafe und Lob
  • Vermutungen, Unterstellungen, Annahmen
Basis Gesprächsstruktur

In der gewaltfreien Kommunikation nach Marshall Rosenberg wird als Basisverfahren eine Gesprächsstruktur vermittelt, welche in vier Schritten Konfliktklärung anstrebt. Die Schritte sind:

  1. Beobachtung: Objektivierte Situationsbeschreibung ohne Bewertung
  2. Gefühle: Offenbarung der eigenen Gefühle dazu
  3. Bedürfnisse: Offenbarung der eigenen Bedürfnisse dazu
  4. Bitte: Eine Bitte an das Gegenüber

Beide Seiten laufen jeweils mit ihrer Perspektive der Konfliktsituation, ihren Gefühlen und Bedürfnissen hierzu diese vier Schritte durch. Die lauschende Seite übt achtsames, empathisches und aktives Zuhören, während der Sprecher spricht.

Bedürfnisse und Erfüllungsstrategien

Eine Stärke der gewaltfreien Kommunikation nach Marshall Rosenberg das fördern des Erkennens des Unterschieds zwischen Bedürfnissen und Erfüllungsstrategien. Ein Bedürfnis ist das was wir tief in uns unabhängig von einzelnen Situationen und Menschen brauchen. Die Erfüllungsstrategie ist ein möglicher Weg, dies zu erreichen.

Unsere Bedürfnisse sind immer richtig. Unsere Erfüllungsstrategien sind jedoch immer wieder mal nicht zielführend oder gar destruktiv. Dies unterscheiden zu können ist manchmal schon die halbe Miete beim konstruktiven Umgang mit unseren Bedürfnissen. Und wenn wir volle Verantwortung für unsere Bedürfnisse übernommen haben, ist die zweite Hälfte der Miete auch bezahlt.

Weichgespültes GFK?

Lange Zeit stand ich mit GFK auf Kriegsfuß, und auch heute bin ich skeptisch mit manchen ihrer Anwendungen. Warum?

Problematisch ist der Umgang mancher ihrer Anhänger mit Aggression. Marschall Rosenberg war als Schüler und Student ein Draufgänger und Schläger, immer an der Kante aus Schule und Studium gefeuert zu werden. Er wusste, was Aggression ist – und lehrte das Gegenstück des Verständnisses, Mitgefühls und Liebe. Leider zieht GFK heute auch Menschen an, welche sich dadurch erhoffen, die eigene Aggression noch besser zu unterdrücken – was deren Anwendung von GFK farblos, weichgespült und verlogen macht.

Dies spiegelt sich auch in den in GFK-Seminaren so gerne verwendeten Kommunikationspuppen wieder. Hier gibt es in Europa die konstruktive Giraffe (ein klassisches Fluchttier) und den destruktiven Wolf (das Böse). Tja, im englischsprachigen Raum gibt es keine Wolfs-Puppe, sondern eine Schakal-Puppe – was vor dem Hintergrund des Wolfes als einem der sozialsten Tiere im Tierreich nicht verwundert. Das verprellt natürlich Menschen, welche gesunde Aggression zu schätzen wissen und diese sauber von Gewalt trennen können.

Diese Aggressionsproblematik liegt nicht an der Methode GFK, sondern an dem Fehlen der Auseinandersetzung mit der eigenen gesunden Aggression in adaptierten Mediationsausbildungen. Ohne ein tiefes Erleben und Anerkennen der eigenen Aggressionsfähigkeit habe ich jedoch keine Chance diese am richtigen Platz in meinem Leben zu integrieren und der wahren Liebe einen Weg zu öffnen. Deswegen gehört meiner Ansicht nach der tiefe Respekt vor der eigenen (gewaltfreien!) und lebendigen Aggressivität als Basis in eine jede Ausbildung zum Konfliktmanager.

Tools der GFK verwende ich in der Konfliktberatung sowie Seminaren zur Kommunikation und Konfliktmanagement.