• Wenn Corona Psychotherapie gefährdet

Wenn Corona Psychotherapie gefährdet

Wenn Corona Psychotherapie verkompliziert

Hier ein paar Facts zu den Einflüssen des Corona-Virus auf Klient und Therapeut

Von überall prasseln auf uns Informationen über das Corona-Virus ein. Manche Webseiten sprechen Klartext, andere dramatisieren, andere verharmlosen und die meisten sind „Lückenpresse“ mit wenig verwertbaren Informationen – außer den gebetsmühlenartigen Fakten 1,5 m Abstand, Händewaschen und in die Armbeuge nießen. Doch wie betrifft Corona Psychotherapie in der eigenen Praxis?

Da ich davon ausgehe, dass die Leser dieses Blogs eigenständig denkende Menschen sind, setze ich mich in diesem Eintrag mit den Fakten um das Corona-Virus auseinander, nicht mit den Interpretationen. Mich interessieren hier vornehmlich die Fakten, welche Auswirkungen auf die Arbeit von selbstständigen in deren Praxen haben. Aber auch auf die Klienten, welche in einer Zeit von Corona Psychotherapie, Beratung, oder Coaching absolvieren.

Es ist wichtig zu wissen, dass der Faktenstand über Corona sich fast jeden Tag ändert, weshalb selbst die seriösesten Seiten ihre Information ändern. Aber egal, irgendwo muss man ja anfangen. Die für mich interessanten Links sind die direkten Informationsquellen (Referenzen dieses Eintrags).

Behörden und Zentralstellen

Dies sind Behörden, oder aktuell zentral platzierte Organisationen, die sich mit Gesundheitsaspekten von Corona beschäftigen.

Die folgenden Einschätzungen, übertragen auf die Situation wenn Corona Psychotherapie betrifft, stammen vom RKI, außer dort wo anders vermerkt.

  • Übertragung Mensch zu Mensch: Diese erfolgt über Tröpfcheninfektion, ähnlich Influenza. Körperkontakt oder sich Anhusten ist somit als Übertragung effektiv. Wenn ein Klient weint oder schreit, ist die Ansteckungsgefahr größer 😉
  • Übertragung über Oberflächen: Hier gibt es eine vorläufige Studie, welche aber plausible Ergebnisse bringt (BfR). Also schön brav Oberflächen abwischen.
    • 3 Stunden als Luftübertragung
    • 4 Stunden über Kupfer-Oberflächen
    • 24 Stunden über Karton
    • 2-3 Tage über Edelstahl und Plastik
  • Ansteckung über Geschirr: Das Virus ist empfindlich gegen Tenside und Alkohole. Deswegen kann es auch durch einfache Haushaltsreiniger kaputtgehen. Geschirr in der Praxis sollte in der Maschine bei 60° gespült werden. (BfR)
  • Infektiosität Stärke: Das Corona-Virus ist genauso ansteckend, oder noch ansteckender, als eine Influenza. Allerdings erfolgt eine Ansteckung meist erst dann, wenn ein Fall symptomatisch geworden ist – aber eben nicht immer. Um die Gefahr von Corona im Psychotherapie-Setting zu minimieren, nutzt es somit sehr wohl, den Klienten nach etwaigen Symptomen zu fragen.
  • Inkubationszeit: Die Zeit von Ansteckung bis zum Krankheitsausbruch liegt zwischen 1-14 Tagen – der Mittelwert von 5-6 Tagen ist somit unbrauchbar. Die Verteilungskurve konnte ich leider nicht herbekommen.
  • Infektiosität Dauer: Bis zu acht Tagen nach Symptombeginn. Bestehen somit unklare Symptome bei Klient (oder Therapeut), welche als Virus von Corona Psychotherapie gefährden könnten, sollte diese Person entsprechend lange Kontakt meiden. Diese Werte ändern sich allerdings noch aktuell, andere Quellen als RKI empfehlen bis zu 14 Tage (als Sicherheitsmaßnahme. Gerade bei Symptomen, die nicht genügend spezifisch sind für Corona, gilt hier Fingerspitzengefühl.

Es wäre Kaffeesatzleserei über die Durchseuchung der deutschen Bevölkerung zu spekulieren. Das RKI wagt sich mit der Aussage heraus, dass das Virus ohne Begrenzung erst stoppen würde, wenn 50-70% der Bevölkerung eine Immunität entwickelt haben. Durch die Verzögerungsmaßnahmen  wie durch Ausgangssperren usw., wird es vermutlich eher zu Wellen kommen.

  • Manifestation: Je nach Studie bilden zwischen 51%-81% Krankheitssymptome aus. Das bedeutet, das im Mittelwert etwa zwei Drittel überhaupt Symptome zeigen, und ein Drittel gar nicht merkt, dass er oder sie Corona hatte.
  • Krankheitsverlauf: Mindestens 80% der Erkrankungen verlaufen milde bis moderat. 14% verlaufen schwer (aber nicht lebensbedrohlich), 6% kritisch bis lebensbedrohlich.
  • Typische Krankheitssymptome sind trockener Husten und Fieber. Dazu kommt eine spürbar eingeschränkte Leistungsfähigkeit der Lunge. Es ist eine Krankheit der unteren Atemwege (Lunge) nicht der oberen! Wenn ich wegen der Gefahr von Corona Psychotherapie einschränken würde, dann würde ich auf diese Symptome achten. Andere Krankheitssymptome (wie Kratzen im Hals) sind leider unspezifisch und nur im Gesamtbild diagnostisch nutzbar.

Stand der Behandlung zum 25.3.2020 …

  • Kausale Behandlung: Keine. So einfach ist das. Aktuell wildes Experimentieren mit Medikamenten für andere Erkrankungen (Off-Label-Use).
  • Symptombehandlung: Sauerstoffanreicherung wenn Lunge stark leidet, Antipyretika (fiebersenkende Mittel) bei zu hohem Fieber, etc.
  • Impfung: Fehlanzeige. Wahrgesagt wird, dass diese frühestens Frühjahr 2021 zu haben ist – eine mutige Aussage zum jetzigen Zeitpunkt.

Folgende Klienten sollten abwägen, ob sie bei einer Gefährdung von Corona Psychotherapie fortsetzen möchten. Sei es wegen der Ansteckungsgefahr in der Praxis (wenig wahrscheinlich), oder im öffentlichen Raum auf dem Weg dorthin – von Fahrten mit den öffentlichen Verkehrsmitteln wird mittlerweile abgeraten. Hier sollte der Therapeut sie auf die Gefährdung aufgrund deren körperlicher Verfassung hinweisen. Wenn Klienten ein oder gar zwei Kriterien der unteren Liste erfüllen, sollen sie pausieren.

  • Ältere Personen ab dem Alter von 50-60 (Mittelwert 55)
  • Raucher sowie Klienten mit Lungenproblemen
  • Klient mit Diabetes mellitus
  • Klienten mit chronischen Lebererkrankungen
  • Klienten mit geschwächtem Immunsystem

Für Schwangere gibt es keine höhere Empfänglichkeit.

Bei Corona Psychotherapie einschränken?

Mein persönliches Fazit aus der ganzen Geschichte

Wenn ich mir also die ganzen Quelldaten und deren Auswirkungen anschaue, sowohl auf die deutsche Bevölkerung, als auch auf die eigene Praxisarbeit in Zeiten von Corona, komme ich für mich ganz persönlich zu folgendem Fazit:

  1. Ich werde mich wahrscheinlich anstecken, mit einer Wahrscheinlichkeit von 60-70%. Vielleicht nicht in der ersten Welle, dann spätestens in der zweiten oder dritten.
  2. Nachdem ich mich angesteckt habe, werde ich
    1. mit einer Wahrscheinlichkeit von 30-40 % davon nichts merken und eine Immunität entwickeln, oder
    2. mit einer Wahrscheinlichkeit von 60-70 % Krankheitssymptome bekommen.
  3. Wenn ich Krankheitssymptome bekomme, so hat der konservative medizinische Ansatz keine kausale Medizin für mich – nur symptomelinde Maßnahmen.
  4. Deswegen werde ich mich jetzt um meine Gesundheit und Immunität besonders gut kümmern, damit ich im Falle einer Ansteckung – die wahrscheinlich erfolgen wird – einen möglichst milden Verlauf erleben darf. Je besser meine körperliche, emotionale und mentale Verfassung ist, umso besser die Chancen dafür.
  5. Na, das ist doch ein Plan oder?

Ich betone hier noch einmal, dass es sich hier meine persönliche Meinung handelt, welche meine persönlichen Vorkehrungen für meine persönliche Gesundheit angeht. Diese bestehen logischerweise auf mehreren Standbeinen:

  • Vernünftiges Verhalten, um eine Ansteckung meiner Person und meiner Klienten zu erschweren.
  • Vernünftige Lebensweise, um meine Immunität etwas höher zu halten als gewohnt. (Ich habe nicht so viele Weißmehlnudeln gebunkert … grins)
  • Verwendung komplementärmedizinischer Vorgehensweisen zur Immunstärkung und Selbstfürsorge aus anderen Traditionen und Regionen der Welt.
  • Stressentlastung zu Immunstärkung.

Aber dazu können Sie mehr in diesem Blogeintrag lesen

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